Unsere Leistungen

Hilfen zur Erziehung nach dem SGB VIII sind durch einen Leistungsanspruch der Hilfeempfänger gekennzeichnet. So haben Eltern und Personensorgeberechtigte bei der Erziehung ihres Kindes Anspruch auf Hilfe, wenn eine dem Wohl des Kindes oder des Jugendlichen entsprechende Erziehung nicht gewährleistet werden kann und eine Unterstützungsmaßnahme für dessen Entwicklung geeignet und notwendig erscheint.

  • Mögliches Fallbeispiel:

    „Ich bin Tobias und 13 Jahre alt. Vor einem Jahr haben sich meine Eltern getrennt und seitdem geht es bei uns drunter und drüber. Ich lebe jetzt bei meiner Mama in einer neuen Wohnung. Kontakt zu meinen alten Freunden habe ich nur noch selten. Mit meiner Mama verstehe ich mich gut, trotzdem streiten wir immer mehr. In der Schule habe ich oft Ärger mit den Lehrern und anderen Mitschülern. Es wird behauptet, ich sei aggressiv. Auch meine Noten haben sich verschlechtert. Manchmal ärgert mich die Schule so, dass ich dort nicht hingehe und mich lieber in der Stadt aufhalte.
    Seit zwei Monaten habe ich einen Erziehungsbeistand, der mir unter anderem bei den Hausaufgaben hilft und für mich immer ein offenes Ohr hat. Erst war ich ziemlich skeptisch, aber jetzt merke ich, dass der Beistand für mich, aber auch für meine Eltern, eine gute Idee war.“

    Durch eine persönliche und zielgerichtete Begleitung wird den Kindern und Jugendlichen ermöglicht, Handlungsstrategien für Alltags- und Entwicklungsherausforderungen zu erproben bzw. an den persönlichen und individuellen Themen der eigenen Persönlichkeitsentfaltung zu arbeiten. Unter dem Einbezug des sozialen Umfeldes wird partizipatorisch die Verselbstständigung des jungen Menschen ermöglicht.

    Insbesondere mit folgenden Maßnahmen/Zielen:

    • Im Rahmen der Maßnahme wird die Lebenssituation geklärt und eine tragfähige Perspektive entwickelt, um eine weitere positive Entwicklung zu gewährleisten.
    • Belastende Lebenssituationen werden aufgearbeitet und neu erlernte Verhaltensweisen stabilisiert.
    • Der Aufbau von sozial-emotionalen und psycho-sozialen Handlungskonzepten ermöglicht dem jungen Menschen, sein Leben selbstständig zu gestalten.
    • Im Rahmen der Hilfe finden sich Anteile der Erziehungsberatung und der sozialen Gruppenarbeit in Abhängigkeit der individuellen Zielsetzungen wieder.
  • Mögliches Fallbeispiel:

    „Ich bin Steffi, alleinerziehende Mutter eines siebenjährigen Sohnes und einer vierzehnjährigen Tochter. Ich liebe meine Kinder sehr, aber trotzdem kommt es häufig vor, dass ich mit ihnen oft nicht mehr weiter weiß und deshalb oft laut werde. Das tut mir danach immer sehr leid. Bei einem Schulgespräch wurde mir empfohlen, meinen Sohn beim Kinderarzt vorzustellen, da er Schwierigkeiten hat, sich am Unterricht zu beteiligen. Dort wurde dann ADHS diagnostiziert.
    Die Lehrerin machte mich zudem auf die sozialpädagogische Familienhilfe aufmerksam. Seit drei Wochen kommt nun eine Sozialpädagogin, die mir beratend bei der Erziehung meiner Kinder zur Seite steht und mich bezüglich der Erkrankung meines Sohnes berät.“

    Durch intensive Begleitung der Familien in ihren Erziehungsaufgaben, durch die Unterstützung bei der Bewältigung von Alltagsproblemen und der Lösung von Konflikten und Krisen im Familiensystem stärken wir die Familien in ihrem Selbsthilfepotential und die Eltern in ihrem Erziehungsauftrag.

    Insbesondere mit folgenden Maßnahmen/Zielen:

    • Die Stärkung der Erziehungskompetenz ermöglicht den Eltern eine eigenständige Alltagsbewältigung.
    • Das Familiensystem wird dazu befähigt, Konflikte und Krisen eigenständig zu klären.
    • Vorhandene Ressourcen werden erkannt und erweitert.
    • Letztlich dient die Sozialpädagogische Familienhilfe der Stabilisation des Familiensystems, um dadurch eine positive Entwicklung der Kinder und Jugendlichen zu gewährleisten.
  • Mögliches Fallbeispiel:

    „Ich bin Alexandra, 17 Jahre alt und war vier Monate in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, weil ich nur zum Essen aufgestanden bin und am normalen Leben kaum noch teilgenommen habe. Seit ich aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie entlassen wurde, unterstützt und begleitet mich jetzt eine Sozialpädagogin bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz und einer eigenen Wohnung. Darüber hinaus hilft sie mir im Umgang mit meiner Depression, damit ich das in der Klinik Erlernte anwenden und so eigenständig leben kann.“

    Durch intensive Begleitung des Hilfeempfängers bei der Bewältigung von Alltagsproblemen und der Lösung von Konflikten und Krisen im sozialen Umfeld wird die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglicht. Oberstes Ziel ist ein adäquater Umgang mit der eigenen Erkrankung als Grundlage für eine positive Lebensperspektive.

    Insbesondere mit folgenden Maßnahmen/Zielen:

    • Die Klärung der eigenen Lebenssituation und der Aufbau einer tragfähigen Perspektive unter Einbezug des eigenen Leistungsverhaltens.
    • Die Kenntnis über die eigene Erkrankung und die Aufklärung des sozialen Umfeldes stabilisiert das direkte Lebensumfeld des Hilfeempfängers.
    • Psychoedukative Maßnahmen werden zum Aufbau eines Unterstützungsnetzwerkes genutzt.
    • Begleitung bei therapeutisch/medizinischen Maßnahmen und die Zusammenarbeit mit behandelnden Ärzten ist eine zentrale Grundlage dieser Hilfeform.
  • Mögliches Fallbeispiel:

    „Ich bin Maria und 10 Jahre alt. Bis vor kurzem bin ich gar nicht gerne in die Schule gegangen. Ich konnte mich nicht konzentrieren und war extrem schnell wütend, wenn ich etwas nicht verstand. Ich hatte oft Streit mit meinen Lehrern und Mitschülern. Weil das alles nicht besser wurde, besuchte ich gemeinsam mit meinen Eltern eine kinder- und jugendpsychiatrische Praxis. Dort sagten sie uns nach einigen Treffen, dass sie eine Schulbegleitung für mich gut fänden. Das ist eine Person, die im Unterricht ganz für mich alleine da ist und mich unterstützt. Und ihr werdet es nicht glauben – inzwischen gehe ich wirklich wieder gerne in die Schule.“

    Durch intensive Begleitung des Hilfeempfängers bei der Bewältigung des schulischen Alltags wird die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglicht. Wichtiges Ziel ist ein adäquater Umgang mit der eigenen Erkrankung um den schulischen Alltag (weitgehend) selbstständig bewältigen zu können.

    Insbesondere mit folgenden Maßnahmen/Zielen:

    • Bearbeitung der individuellen Zielsetzung aus dem Hilfe- und Therapieplan.
    • Aufbau einer tragfähigen Perspektive unter Einbezug des eigenen Leistungsverhaltens.
    • Begleitung in der Persönlichkeitsentwicklung und Bewältigung von psycho-sozialen Entwicklungsaufgaben.
    • Aufbau einer realistischen schulischen/beruflichen Perspektive.
  • Mögliches Fallbeispiel:

    „Ich bin Jakob 19 Jahre und mein Leben verlief bisher ein wenig chaotisch. In den letzten Jahren habe ich zweimal eine Ausbildung angefangen, aber irgendwie habe ich es nie geschafft pünktlich dort zu sein. Das fanden die dann nicht so cool. Ich möchte endlich mein eigenes Geld verdienen, bei meinen Eltern ausziehen und mein Leben selbst in die Hand nehmen. Aber das Erwachsenenwerden habe ich mir so viel einfacher vorgestellt. Da muss man sich um so viel kümmern und ich weiß gar nicht, was die Leute von mir wollen. Jetzt habe ich mir Hilfe beim Jugendamt geholt, da ich gemerkt habe, dass ich das alleine nicht schaffen werde. Seit kurzem kommt ein- bis zweimal in der Woche ein Sozialpädagoge, der mich motiviert und mir dabei hilft, mich selbst zu organisieren (z.B. Termine pünktlich wahrnehmen). Aktuell schreiben wir zusammen Bewerbungen und sind auf der Suche nach einer kleinen Wohnung ganz für mich alleine. Also ich find´s super.“

    Durch intensive Begleitung und Unterstützung wird die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Erwachsenen gestärkt und eine eigenverantwortliche Lebensführung ermöglicht.

    Insbesondere mit folgenden Maßnahmen/Zielen:

    • Im Rahmen dieser Maßnahme steht eine autonome Lebensgestaltung im Zentrum des pädagogischen Wirkens.
    • Die Stärkung der sozialen Kompetenzen und der Aufbau eines stabilen Lebensumfeldes sowie die Entwicklung von Handlungsstrategien in herausfordernden Lebenssituationen befähigen den Hilfeempfänger zur positiven Gestaltung seines Alltags.
    • Hilfe für junge Erwachsene verstehen wir als intensives Angebot zur Vorbereitung auf ein selbstständiges Leben.
  • Mögliches Fallbeispiel:

    „Mein Name ist Herr Maier und ich lebe seit einem halben Jahr von meiner Frau und unserem gemeinsamen Kind Mia, vier Jahre, getrennt. Meine Ex-Frau und ich haben kaum Kontakt und wenn, dann endet es immer in einem Streit. Es wird mir nicht zugetraut, mich alleine um mein Kind zu sorgen. Mir ist es aber sehr wichtig, dass ich Mia regelmäßig sehe. Deshalb haben wir nun einen Sozialpädagogen, der bei meinen Treffen mit Mia dabei ist. Er gibt mir gute Tipps, was ich mit Mia machen kann und was vielleicht gut für sie wäre. Außerdem wird die Frage der Fürsorge geklärt – ein sicheres Gefühl.“

    Eine individuelle Vereinbarung aller Beteiligten bildet den Rahmen dieser Hilfe. In regelmäßigen Terminen soll/en ein Elternteil/ beide Elternteile dazu befähigt werden, adäquat zum Wohl des Kindes zu handeln.

    Insbesondere mit folgenden Maßnahmen/Zielen:

    • Leistungsauftrag bzw. dem Auftrag zur Überprüfung des Kindeswohls.
    • Bearbeitung der individuellen Zielsetzung aus der Vereinbarung.
    • Sukzessiver Erwerb von Erziehungskompetenzen zur selbstständigen und eigenverantwortlichen Beziehungsgestaltung mit dem Kind.
    • Unterstützung bei der Konfliktbewältigung zum Wohl des Kindes.
  • Mögliches Fallbeispiel:

    „Ich bin Nici, 13 Jahre alt. In der Schule hatte ich oft viele Konflikte mit Mitschülern, weil ich schnell alles persönlich nahm und dann richtig wütend wurde. Seit kurzem besuche ich wöchentlich eine Gruppe mit anderen Jugendlichen. Hier lerne ich, dass es zum Beispiel auch andere Wege gibt, um mit aufflammender Wut im Bauch umzugehen.“

    Durch ein gezieltes pädagogisches Setting mit überwiegend erlebnispädagogischen und kommunikativen Anteilen wird innerhalb eines geschützten Rahmens soziale Handlungskompetenz über einen begrenzten Zeitraum in einer festen Gruppe eingeübt. Unterstützt werden die Teilnehmer/innen u.a. bei der Suche adäquater Lösungsansätze bei Konflikten und Krisen im sozialen Umfeld. Die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben soll dadurch verbessert werden.

    Insbesondere mit folgenden Maßnahmen/Zielen:

    • Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten.
    • Aufbau von sozialer Handlungskompetenz.
    • Aufbau von Frustrationstoleranz.
    • Bearbeitung individueller interaktiver Lernfelder.